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Planänderung III
Überblick über die geänderten Planungen, die Umweltauswirkungen und den Landschaftspflegerischen Begleitplan
Containerschiffe begegnen sich auf der Elbe
Ausbauziel

Containerschiffe mit einem tatsächlichen Tiefgang von bis zu 14,50 m (in Salzwasser) sollen den Hamburger Hafen zu wirtschaftlich attraktiven Bedingungen bedienen können.

Um die Ausbaubaggermenge und die ökologischen Folgen zu minimieren, wird der Tiefgang von 14,50 m auslaufend tideabhängig beschränkt und der Tiefgang von 13,50 m tide-unabhängig ermöglicht.


Technische Umsetzung: Strombaukonzept

Für die  Anpassung  von  Tiefe und Breite der Fahrrinne müssen rd. 38,5 Mio. Kubikmeter Sedimente gebaggert werden. Hinzu kommen 2,21 Mio. Kubikmeter aus der Ausgleichsmaß-nahme Schwarztonnensander Nebenelbe, sowie 1,5 Mio. aus der Initialbaggerung für die Buhnen bei Altenbruch.

Das Material besteht zu fast 90% aus Sand, der zu strombaulichen Maßnahmen im Gebiet des Mündungstrichters (stromab von Brunsbüttel) eingesetzt werden kann. Damit werden  folgende Ziele verfolgt:
•    Minimierung ausbaubedingter Tidehub- und Strömungsänderungen,
•    Förderung des ebbstromdominierten Sedimenttransportes mit dem Ziel, langfristig den Aufwand zur Unterhaltung der Fahrrinne zu begrenzen,
•    Minderung ungünstiger natürlicher morphologischer Veränderungen im Elbmündungsbereich, z.B. der Erosionstendenz der Medemrinne nach Norden.
•    Darüberhinaus wird das Baggergut zur Auffüllung von Übertiefen und auf ausgewiesenen Umlagerungsstellen zur strombaulichen Optimierung verwendet.


Worum geht es bei der Planänderung III?

Die geänderten technischen Planungen

Die Spülfelder Pagensand und Schwarztonnensand werden nicht realisiert.
Gegen das Spülfeld Pagensand sprachen sich im Anhörungsverfahren die Vertreter des behördlichen Naturschutzes in Schleswig-Holstein aus, weil es als besonders hochwertig angesehen wird und seltene Habitateigenschaften biete.

Das Spülfeld Schwarztonnensand wurde auf Anregung und in Zusammenarbeit mit den zuständigen Behörden des Landkreises Stade unter Beratung der NLWKN-Betriebsstelle Stade geplant. Im Rahmen des Anhörungsverfahren kritisierte die zuständige Untere Naturschutzbehörde diese Planung, weshalb die Planung entsprechend geändert wurde.
 
Die Ufervorspülung Wisch (Lühe) entfällt.
Im Anhörungsverfahren äußerten der behördliche Naturschutz und Verbände, dass durch die Ufervorspülung potenzielle Laich- und Aufwuchsbereiche der Fischart Finte verloren gingen. Da die Maßnahme nicht zur Dämpfung der Tidedynamik entwickelt wurde, kann auf sie verzichtet werden.

Das für die drei entfallenden Maßnahmen vorgesehene Baggergut soll nun zur Umlagerungsstelle Neuer Luechtergrund und zur Unterwasserablagerungsfläche Neufelder Sand gebracht werden. Deren Planung bzw. Kapazitäten wurden entsprechend angepasst.


Umweltauswirkungen

Es war zu prüfen, ob und in welchem Ausmaß die Planänderungen veränderte Umweltwirkungen der Fahrrinnenanpassung nach sich ziehen. Zu diesem Zweck wurden die Umweltgutachten ergänzt. Dabei wurden, soweit vorhanden, auch neue Daten berücksichtigt. Die Ergebnisse:
  • Es gibt erhöhte Umweltbeeinträchtigungen an der Umlagerungsstelle Neuer Luechtergrund durch die größeren Baggergutmengen.
  • Dort, wo Planungen nicht realisiert werden, entfallen mögliche Beeinträchtigungen (Spülfelder, Ufervorspülung Wisch).
  • Die allgemeine Umweltbilanz des gesamten Vorhabens bleibt unverändert.
  • Die unvermeidlichen Beeinträchtigungen der Zoobenthos-Biotope durch die Verbreiterungsbaggerungen sind durch die geplanten Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen kompensierbar.

Landschaftspflegerischer Begleitplan (LBP)

Der erforderliche Kompensationsbedarf wurde erstmals im LBP ermittelt, der im Rahmen der Planänderung I vorgelegt wurde. Es wurde ein Bedarf von 595,4 ha ermittelt, der zusätzlich zu der Ausgleichsmaßnahme in und an der Schwarztonnensander Nebenelbe erforderlich ist. Durch die Planänderungen II erhöhte sich der Kompensationsbedarf um 11,5 ha auf gesamt 606,9 ha, während er sich durch die Planänderung III wieder reduziert, so dass insgesamt 539,4 ha Kompensationsbedarf verbleiben. In den geplanten Gebieten werden Kompensationsmaßnahmen auf einer Fläche von insgesamt ca. 754,65 ha umgesetzt. Unter der Berücksichtigung des Aufwertungspotenziales und der Zusatzfaktoren zu funktionalen und räumlichen Bezügen sowie zum baulichen Aufwand wird dadurch ein anrechenbarer Kompensationsumfang von insgesamt ca. 569,74 ha erreicht.

Die geplanten Maßnahmengebiete sind:
  • in Hamburg: Zollenspieker,
  • in Niedersachsen: Barnkruger Loch, Allwördener Außendeich-Mitte und -Süd, Insel Schwarztonnensand,
  • in Schleswig-Holstein: Vorlandflächen an der Stör, Offenbütteler Moor, Giesensand.
Die Einzelmaßnahmen sind detailliert in den Planfeststellungsunterlagen beschrieben.

Eine zusammenfassende Darstellung zum FFH-Abweichungsverfahren finden Sie hier.

Die EU-Unterlagen im Original: EU-Unterlagen.