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Hochwasserschutz an der Unterelbe – Stand und Perspektiven
Einleitung
Die Unter- und Außenelbe ist der längste tideoffene Strom Deutschlands. Sie bildet ein vielgestaltiges Fluss- und Mündungsgebiet mit reicher maritimer Tradition und hoher ökologischer Bedeutung. Zugleich ist die Elbe als Schifffahrtsstraße für die Revierfahrt zum und vom Hamburger Hafen eine Lebensader für die gesamte Metropolregion.

Mit Blick auf die zahlreichen menschlichen Eingriffe in Flusslauf und Uferlandschaft – zur Landgewinnung, zum Schutz vor Hochwassergefahren, zur Gewährleistung schiffbarer Wassertiefen, zur Anlage von Kaimauern und Hafenbecken – ist immer wieder die Frage zu stellen, ob diese Eingriffe mit den natürlichen Vorgängen im Fließgewässer verträglich sind. Und ob sie, auch wenn dies für jede einzelne Maßnahme zu bejahen ist, in der Summe miteinander und nicht etwa gegeneinander wirken. Insbesondere das Verhältnis von strombaulicher Gestaltung und Deichsicherheit ist in den letzten Jahren vielfach und mit Engagement diskutiert worden. Für viele Menschen in den Elbmarschen bilden die großen Sturmfluten von 1962 und 1976 einen ganz persönlichen Erfahrungshintergrund.

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes (WSV) und der Hamburg Port Authority (HPA) arbeiten seit Anfang der 1990er Jahre als verantwortliche Planer und Projektträger für Ausbaumaßnahmen in der Unter- und Außenelbe. Beide Institutionen – als Arbeitsgemeinschaft im „Projektbüro Fahrrinnenanpassung“ zusammengefasst – sind auch Antragsteller des im September 2006 beantragten Planfeststellungsverfahrens für eine weitere Vertiefung der Fahrrinne. Bis Ende 2009 soll für Schiffe mit einem max. Tiefgang von 13,50 m die tideunabhängige Fahrt bzw. für Schiffe mit einem Tiefgang von max. 14,50 m eine tideabhängige Fahrt von Hamburg ermöglicht werden.

In dieser Stellung ist das Projektbüro stets ein wichtiger Ansprechpartner für Fragen und skeptische Einwände in Sachen Deichsicherheit gewesen. Es hat in den letzten Jahren gemeinsam mit Gebietskörperschaften, Deich- und Wasserverbänden, Parteien und Vereinen zahlreiche Diskussionsrunden und Informationsveranstaltungen durchgeführt. Dabei wurden die Planungen des Projektbüros erläutert und Prognosen zum Strömungs-, Tide- und Sturmflutgeschehen vorgestellt. Es wurden aber auch Bedenken aufgenommen, zusätzliche Fragestellungen einbezogen und lokale Deichabschnitte gutachterlich untersucht.

Das Projektbüro ist nach sorgfältiger Prüfung aller für die Deichsicherheit bedeutsamen Aspekte überzeugt, dass eine weitere Anpassung der Elbfahrrinne die gegebene Deichsicherheit an der Unter- und Außenelbe nicht beeinträchtigt. Die Fakten, auf die sich diese Überzeugung stützt, werden im Folgenden zusammenfassend und allgemeinverständlich dargestellt. Einen vertiefenden Blick auf die zugrunde liegenden wissenschaftlichen Gutachten ermöglicht die Literaturliste sowie die öffentliche Auslegung des gesamten vom Projektbüro erstellten Planwerks im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens.




Die Geländehöhen in der Unter- und Außenelbe, bezogen auf Normalnull (NN)

Darstellung durch das mathematische 3D HN-Modell* der
Bundesanstalt für Wasserbau (BAW) auf der Grundlage von
Peildaten der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes (WSV)
und der Hamburg Port Authority (HPA). Stand 2003



* dreidimensionales hydrodynamisch-numerisches Modell



Literatur

Bundesanstalt für Wasserbau: Gutachten zu ausbaubedingten Änderungen der Sturmflutkenngrößen, Hamburg 2006

Bundesanstalt für Wasserbau: Untersuchung der Deichsicherheit am Beispiel des Altenbrucher Bogens unter besonderer Berücksichtigung schiffserzeugter Belastungen. Zusammenfassendes Gutachten, Hamburg 2006

Dücker, Glindemann, Thode, Witte: Konzept für eine nachhaltige Entwicklung der Tideelbe als Lebensader der Metropolregion Hamburg,
Hamburg 2006

Projektbüro Fahrrinnenanpassung: Anpassung der Fahrrinne von Unter- und Außenelbe an die Containerschifffahrt (Planfeststellungsunterlagen),
Hamburg 2006