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Wirkungen des Schiffsverkehrs
Auch die möglichen Belastungen durch den Verkehr größerer Containerschiffe wurden von der BAW untersucht. Hierfür konnten neben theoretischen Ansätzen auch Naturuntersuchungen an Deckwerken und Deichen, Wattgebieten und natürlichen Ufern sowie baulichen Anlagen herangezogen werden. Versuche in einem hydraulischen Modell eines ausgewählten Unterelbeabschnitts simulierten u.a. Extremszenarien wie die Begegnung von großen Container- mit Massengutschiffen.

Schiffsbedingte Belastungen entstehen durch die Wasserverdrängung des Schiffskörpers und hierdurch veranlasste lokale Strömungen. Am Ufer oder in den Einfahrten kleiner Häfen sind z.B. während der Vorbeifahrt eines Schiffes Abströme („Sog“) und rückflutende Wellen („Schwell“) spürbar – und zwar umso stärker, je größer das Schiff ist oder je höher seine Geschwindigkeit.

Schiffssog in der Einfahrt eines Segelhafens


Teilweise werden diese Effekte durch die Fahrrinnenanpassung selbst wieder ausgeglichen oder sogar vermindert. Denn dort, wo die Fahrrinne vertieft oder verbreitert wird, steht im Anschluss ein größerer Fahrrinnenquerschnitt zur Verfügung. Größere Schiffe im Ausmaß des Bemessungsschiffes erfahren in der künftigen Fahrrinne im Verhältnis den gleichen Widerstand wie die heute fahrenden Schiffe in der heutigen, und die heutigen Schiffe künftig einen geringeren. Die Sog- und Schwelleffekte werden sich nach dem Ausbau also bei den größeren Schiffen so ausprägen wie heute und bei den heute schon verkehrenden Schiffstypen abschwächen.

In Abschnitten dagegen, in denen die Tiefen und Breiten schon heute ausreichen und keine Baggerungen vorgesehen sind, würden sich die Sog- und Schwelleffekte bei der Vorbeifahrt größerer Schiffe gegenüber heute verstärken. Dies gilt auch für die Abschnitte, in denen Vertiefungsmaßnahmen durch den Einbau von Unterwasserbauwerken begleitet sind, also in Summe kein deutlicher Querschnittzuwachs des Fahrwassers stattfindet.

Schiffserzeugte Belastungen


Der Bemessung der Fahrrinne liegen bestimmte Schiffsgeschwindigkeiten zugrunde. Die gewählte Trasse ist damit sicher und leicht zu befahren. Schiffserzeugte Belastungen der Ufer werden minimert. Von der Beachtung dieser Bemessungsgeschwindigkeiten wird in allen Untersuchungen ausgegangen.

Mutmaßungen, durch Motorvibration und Propellerumdrehung erzeugte Schwingungen im Wasser- und Bodenkörper könnten Einfluss auf die Deiche und deren Standfestigkeit nehmen, wurden durch Gutachten und Messungen in der Natur widerlegt.

Zwei Postpanmax-Containerschiffe begegnen sich im hydraulischen Modell