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Fazit
Die negativen Umweltwirkungen der Fahrrinnenanpassung sind überwiegend von geringem Ausmaß. Die festgestellten Beeinträchtigungen können ausgeglichen werden. Der Grund hierfür liegt zum einen in dem Charakter der Maßnahme selbst. Diese greift weniger flächendeckend als vielmehr punktuell ein und dies nur im Bereich eines wenig gegliederten Systems, der Gewässersohle. Zum anderen wirken sich die in die Maßnahme integrierten strombaulichen Maßnahmen, die ihre Wirkungen vermindern, deutlich positiv aus. Mit diesen Maßnahmen ist es gelungen, den wichtigsten der potenziell kritischen Wirkungspfade, die Abfolge hydrodynamischer und morphologischer Veränderungen und daraus entstehender ökologischer Folgewirkungen, sehr gering zu halten.

Ergänzung der UVU in den Planänderungsverfahren

Im Rahmen der Planänderung I war zu prüfen, ob und in welchem Ausmaß mit den veränderten Planungen auch eine veränderte Umweltwirkung der Fahrrinnenanpassung einhergeht. Zu diesem Zweck wurde die zum Planfeststellungsantrag gehörende Umweltverträglichkeitsuntersuchung (UVU) ergänzt. Soweit sich seit der ersten Antragstellung Daten aktualisiert haben, wurden sie einbezogen. Die ursprüngliche UVU gilt für alle nicht veränderten Sachverhalte weiter.

Um die Wirkungen des Fahrrinnenausbaus im Flussgebiet erkennen zu können, wurde zunächst der geplante Ausbauzustand mit Hilfe eines Computermodells simuliert und mit dem heutigen Ist-Zustand verglichen. Dieser Vergleich, der durch die Bundesanstalt für Wasserbau (BAW) durchgeführt wurde, ist die Basis für alle Umweltgutachten und sonstige Bewertungen. Der Wegfall und die Änderung einiger
Planungsbestandteile mussten zunächst in dieser Simulation nachvollzogen werden.
Dabei hat die BAW alle Nebenflüsse in die Modellrechnung einbezogen.
Für die Untersuchung der Ausbauwirkungen auf Salzgehalt und Sedimenttransport setzte die BAW ergänzend ein noch weiter verschärftes „worst-case“-Szenario ein (weniger Wasserzufluss vom Oberlauf, höherer seeseitiger Salzgehalt).

Die Ergebnisse erlauben die übergreifende Einschätzung, dass sich die geänderte Planung hinsichtlich ihrer hydromorphologischen Auswirkungen kaum von dem ursprünglichen Planungsstand unterscheidet.

In der Planänderung II wurde die UVU für die geänderten Planungen im Bereich Altenbruch ergänzt. Für die Planänderung III wird die UVU nochmals überarbeitet, u.a. fließen die Modelluntersuchungen der BAW auf Basis der Topographie von 2006 hier mit ein.

Im Rahmen der Planänderung III war zu prüfen, ob und in welchem Ausmaß die Planänderungen veränderte Umweltwirkungen der Fahrrinnenanpassung nach sich ziehen. Zu diesem Zweck wurden die Umweltgutachten ergänzt. Dabei wurden, soweit vorhanden, auch neue Daten berücksichtigt. Die Ergebnisse:
  • Es gibt erhöhte Umweltbeeinträchtigungen an der  Umlagerungsstelle Neuer Luechtergrund durch die größeren Baggergutmengen.
  • Dort, wo Planungen nicht realisiert werden, entfallen mögliche Beeinträchtigungen (Spülfelder, Ufervorspülung Wisch). 
  • Die allgemeine Umweltbilanz des gesamten Vorhabens bleibt unverändert.
  • Die unvermeidlichen Beeinträchtigungen der Zoobenthos-Biotope durch die Verbreiterungsbaggerungen sind durch die geplanten Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen kompensierbar.