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Erosion und Sedimentation
Verändertes Fließverhalten ändert den Feststofftransport im Gewässer und verursacht möglicherweise neue Erosions- und Sedimentationsprozesse. Damit würde sich die Oberflächenform („Morphologie“) des Flussbettes und der Uferbereiche neu gestalten, was wiederum neue Rückwirkungen auf das Fließgeschehen haben kann. Hier kann sich ein wechselseitiger Wirkungszusammenhang erschließen. Zur vollständigen Untersuchung der hydrodynamischen Veränderungen gehört daher auch der Blick auf die wesentlichen Entwicklungstrends an der Flussbettoberfläche (auf die sog. „Morphodynamik“).

Die wesentliche Frage ist dabei, ob der geplante Fahrrinnenausbau unerwünschte morphodynamische Trends weiter verstärkt. Als solche unerwünschten Trends gelten der Austrag von Sedimenten aus dem Mündungsgebiet in die Deutsche Bucht und damit die Aufweitung des Flussquerschnitts. Die Folgen wären weniger Reibung im Flussbett, mehr Wassertransport durch die Tiden und größerer Tidehub, ferner der Stromauftransport von Sedimenten von Glückstadt bis Hamburg und höhere Aufwendungen für Unterhaltungsbaggerungen. Die BAW hat diese Problemkreise in die Untersuchung der oben genannten Szenarien einbezogen. Sie kam zu den folgenden Ergebnissen:

  1. Die Feststofftransporte westlich vom Großen Vogelsand werden sich nicht verändern. Die Nationalparks im Wattenmeer und auch die Fisch- und Krabbenfangplätze in den Seitenarmen der Außenelbe bleiben von morphologischen Ausbauwirkungen unberührt.

  2. Vom Vogelsand stromaufwärts bis etwa zur Lühemündung werden die Feststofftransporte den bereits heute üblichen Richtungen folgen, wobei die Mengen leicht zunehmen. Sie finden vor allem im Fahrwasser, weniger in den Seitenbereichen statt.

  3. Die bisher zwischen Schulau und dem Köhlbrand beobachteten Stromauftransporte werden abgeschwächt.

Veränderung der Feststofftransporte durch die Fahrrinnenanpassung


Die Auswirkungen auf die Sedimentation in der Fahrrinne sind komplex zu bewerten. Die Fahrrinnenanpassung wird Sedimentationsprozesse an anderen Stellen in der Fahrrinne hervorrufen als bisher, und die Sedimentation kann hier insgesamt leicht zunehmen. Ob diese Zunahme tatsächlich eintreten wird, ist von den Rahmenbedingungen und der Organisation der Unterhaltungsbaggerungen abhängig und daher keine zwangsläufige Folge. Die Zunahmen der Baggermengen können z.B. reduziert werden, wenn das Baggergut nach dem Ausbau nicht mehr in den durch Stromauftransport geprägten Abschnitten der Elbe umgelagert wird.